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5. April 2026·5 Min lesen·von Matthias

Valldemossa abseits der Touristen-Rush, welche Stunden die Stille bringen

Valldemossa zwischen 10 und 17 Uhr ist Bus-Tourismus. Davor und danach ist es eines der ruhigsten Bergdörfer der Insel.

TramuntanaChopinFrühmorgensDörfer
Valldemossa abseits der Touristen-Rush, welche Stunden die Stille bringen

Alle paar Wochen liest man, Valldemossa sei überlaufen und ruiniert. Stimmt zur Hälfte. Zwischen 10 und 17 Uhr ist das Dorf voll, Reisebusse halten am Parkplatz an der Ausfallstraße, fünfzig Leute laufen gleichzeitig durch die gleiche Gasse zum Kloster, das Cafe am Platz ist voll mit Menschen die das gleiche Eis essen. Das ist unangenehm.

Die andere Hälfte ist: früh morgens und nach achtzehn Uhr ist Valldemossa etwas völlig anderes. Leise Dorfstraße. Steinhäuser in dem weichen goldenen Licht das der Tramuntana-Hang reflektiert. Die Glocke der Kartause läutet stunden-genau, sonst hörst du fast nichts.

Der Morgen ab acht

Wer es mag, steht auf und fährt um kurz nach sieben von Palma los. Halbe Stunde über die Ma-1110, der Weg selbst ist schon schön, erst durch ein paar Dörfer, dann steigt die Straße an und du siehst Valldemossa von weitem auf einem Hügel sitzen. Um kurz nach acht bist du oben, parkst unten am Parkplatz (der ist dann noch leer und gratis) und gehst hoch.

Ca'n Molinas macht um halb neun auf. Das ist die Bäckerei am unteren Ende der Hauptgasse, die die Coca de Patata erfunden haben will (jedes Dorf behauptet das für sein eigenes Rezept, ist aber hier ziemlich gut). Die Kartoffelcoca ist ein leicht süßes Brot, luftig, mit Puderzucker, warm aus dem Ofen. Dazu ein Kaffee draußen an einem der drei Tische. Neunzehn Euro für zwei Personen, inklusive einer zweiten Coca weil man die erste zu schnell isst.

Kartause Valldemossa
Öffnet 9:30. Chopin-Zimmer + Klostergang + Kapelle. 11€, gültig für Geführtes mit Klavier-Kurzkonzert.

Die zwei Zeiten die funktionieren

Wenn du Chopin-Zimmer und Kloster sehen willst, geh als erster rein um halb zehn, dann ist es leer, und du hast zehn Minuten lang die Zelle für dich. Wenn du Kloster nicht willst: dann ab in die Gassen oberhalb der Hauptstraße. Dort wohnen Leute, die Blumentöpfe sind echt, die Wäsche hängt, die Tür am Ende ist die private Eingangstür von jemandem. Gehst du respektvoll durch, freut sich niemand und stört sich niemand.

Die Alternative ist der Abend. Um halb sieben kippt das Licht ins Orange, die Bus-Gruppen sind weg, die Wirte decken die Tische neu ein, und du hast das Dorf wieder für dich. Es Petit Mirador am Plaça de la Cartoixa hat eine kleine Terrasse mit Blick auf das Tal, die gehört zu den besten Abendterrassen der Insel wenn man sich nicht verzettelt.

Man kann jedes Mallorca-Dorf retten wenn man es zur richtigen Stunde besucht. Man kann aber keines retten wenn man mit den Bussen kommt.

Wenn du mehr machen willst

  • Der Camí de s'Arxiduc ist der klassische Tages-Wanderweg oberhalb des Dorfes. Zwölf Kilometer Rundweg, etwa vier Stunden, spektakulärer Blick vom Es Caragolí.
  • Deià liegt zehn Minuten weiter die Küstenstraße entlang, kleineres Dorf, Robert Graves gewohnt, etwas teurer, aber die Cala Deià für einen Nachmittag wert.
  • Port de Valldemossa ist das Fischerdorf unten am Wasser. Serpentinen runter, eine Bar, ein paar Boote. Keine Bus-Route.
Dazu im Knowledge Graph
Valldemossa village in early morning light
Dorf·Matthias war da
Valldemossa

Bergdorf mit Kartäuserkloster, in dem Chopin den Winter 1838/39 verbrachte. Touristisch, aber vor 10 und nach 18 Uhr komplett anders.

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Frag MallorcaBot direkt. Er kennt die Öffnungszeiten nicht immer, aber er kennt die Stimmungen.

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